You better go to work

Wie die Zeit verfliegt, es ist schon wieder über ein Monat vergangen seit ich aus Fiji zurück bin. Seitdem ist wieder viel passiert. Die letzten Wochen habe ich mit wwoofen verbracht. Wwoofen? Eine Menge Menschen scheinen noch nie davon gehört zu haben. Übersetzt heißt es ‚World Wide Opportunities on Organic Farms‘. Beim wwoofen hilft man den Einheimischen und bekommt als Gegenleistung gratis Unterkunft und Verpflegung. Was als Initiative auf Biofarmen begann hat sich in den letzten Jahren auf viele andere Bereiche ausgeweitet.
Ich habe die letzten Wochen bei drei verschiedenen Hosts verbracht, jeder Aufenthalt war unterschiedlich und bei allen habe ich so viel gelernt und tolle Erfahrungen gemacht. Mein erster Wwoofing Platz war nahe Rotorua am Lake Tarawera. Ich half Geoff in seinem Café. Kein gewöhnliches Café, sondern ein Foodtruck, der ganz in der Nähe des wunderschönen Sees steht. So viel Mokka wie in dieser Zeit habe ich noch nie getrunken. Und mit so vielen Katzen habe ich noch nie zusammen gewohnt – ganze sechs Stück zählen zur Familie.


Apropos Familie – mein zweiter Wwoofing Platz war in Hamilton in einem wunderbar chaotischen Frauenhaushalt: Mit Nina, ihren drei Töchtern und zwei Katzen hatte ich eine tolle Zeit. Ich wusch Wäsche, kochte literweise Apfelmus und buk zahlreiche Apfelkuchen. Am Ende meines Aufenthalts nahm mich Nina, die Ärztin ist, mit zu einem Programm für Medizinstudenten. Es ging dabei um die medizinische Versorgung in ländlichen Gegenden. Daher verbrachten wir zwei tolle Tage mit einem Maori Stamm in der Nähe von Whakatane. Wir schliefen die Nacht in einer Marae, einem traditionellem Versammlungsort der Maori, der jeweils zu einem bestimmten iwi (Stamm), hapū (Unterstamm) oder einer whānau (Familie) gehört. Uns wurde viel über die Geschichte des Stammes erzählt, aber auch über traditionelle Pflanzen und das Leben im Stamm allgemein. Eine unglaublich tolle Erfahrung, die ich als ’normaler‘ Tourist nie hätte erleben können.


Mein dritter Wwoofing Platz war auf der wunderschönen Coromandel Halbinsel. Es mag zwar tiefster Winter in Neuseeland sein, hier kann man bei Sonnenschein trotzdem mit Shorts und T-Shirt rausgehen, ein perfekter Platz zum überwintern also. Ich arbeitete hier bei Gina und Lance in ihrem Bioladen mit integrierter Eisdiele. Mixed Berries kann ich sehr empfehlen – dass ich alle Sorten probieren musste ist ja klar, man muss die Kunden schließlich gut beraten können!


Was mich beim wwooofen am meisten überrascht hat, war das Vertrauen, das einem entgegen gebracht wird. In Hamilton hatte ich das Haus schon am zweiten Tag ganz für mich alleine, weil mein Host über Nacht zu einem Meeting musste. Theoretisch hätte ich das ganze Haus ausrauben und verschwinden können. In Coromandel war ich auch schon an meinem zweiten Tag alleine im Geschäft, dürfte das Auto fahren und die komplette Abrechnung machen. Ich frage mich, ob das in Deutschland oder Europa auch so wäre. Ehrlich gesagt kann ich es mir nicht vorstellen, aber vielleicht werde ich ja noch eines besseren belehrt. Wwoofing ist auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, es zeigt einem neue Perspektiven auf das Land, man lebt und arbeitet wie ein Neuseeländer und sieht definitiv mehr als ein normaler Tourist. Die nächsten Wochen gönne ich mir aber wieder eine Auszeit vom Wwoofen, denn es geht wieder ‚on the road‘ ganz hoch in den Norden zum Cape Reinga. Drückt mir die Daumen, dass sich der Winter dort auch wie Sommer in Deutschland anfühlt.

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