Kiwi Roadtrip I

IMG_4680-1

You’ve got a fast car, is it fast enough so we can fly away? tönt aus dem Radio unseres roten Honda Odysseys während wir die Küstenstraße Richtung Norden entlangfahren. Die Sonne spiegelt sich im Meer und ich blicke immer wieder hinaus auf den Ozean in der Hoffnung noch einmal Seelöwen oder Delfine zwischen den Wellen zu erspähen.  Es sind die letzten Kilometer unserer langen Reise über die Südinsel. Ich versuche mich an die letzten drei Wochen zu erinnern, aber es scheint als wäre alles zu einem riesigen glitzernden Klumpen voller Erinnerungen verschmolzen. Jeder Tag war voll von so vielen neuen Eindrücken, unglaublichen Anblicken und interessanten Begegnungen, dass ich meine Gedanken kaum in die richtige Reihenfolge zu bringen vermag. Was ich jetzt weiß ist, dass ich drei Wochen in einem Auto wohnen kann, dass selbst im strömenden Regen die Natur Neuseelands atemberaubend ist und dass TimTams die wohl beste schokoladigste Erfindung des ganzen Landes sind.

Es scheint mir schon ewige Zeiten her, dass wir unsere Reise im Abel Tasman National Park starteten. Wenn ich daran zurückdenke, ist das Erste was mir dazu einfällt das glasklare, blaue Wasser und die zuckersüßen Seelöwenbabys, die dort vergnügt umherplantschten. Wir mieteten uns Kajaks und paddelten einen Tag an der zerklüfteten Küste entlang, vorbei an goldenen Stränden, Seelöwen und grünem Urwald. Auch wenn die Buchten dort eher abschreckende Namen wie Mosquito oder Sandfly Bay tragen, kommt es doch nah an das heran, was ich mir unter Paradies vorstelle. Die Namen der Buchten, erklärt mir eine Neuseeländerin später, kommen auch gar nicht daher, dass es dort wirklich lästige Mücken gibt, vielmehr wollte man früher durch die Namensgebung Touristen von den Buchten fernhalten. So konnten die Einheimischen ihr Land ganz ungestört genießen – Wer kann es ihnen verübeln?

Nach goldenen Stränden bot sich uns schon wenige Tage später ein komplett anderes Bild. Entlang der Westküste des Landes gibt es raue Klippen, wildromantische Leuchttürme, die berühmten Pancake Rocks und jede Menge atemberaubende Ausblicke. Man kommt sich vor lauter Naturgewalt plötzlich klein und zerbrechlich vor. Steht man vor hundert Meter hohe Klippen, von denen Wasserfälle ins Meer stürzen oder vor hellblau schimmernden Gletschern, die sich seit ewigen Zeiten durch die Erde des Landes graben, kann man nur insgeheim glücklich sein, dass man das erleben darf und fragt sich warum wir oft so dumm sind, diese Wunder immer weiter zu zerstören.

Nach der Westküste brachte uns unser Auto dann hinunter ins Fjordland und den südlichsten Punkt dieser wunderschönen Insel. Von den Abenteuern, die wir dort erlebten, will ich das nächste Mal berichten. Jetzt da unser Roadtrip sich dem Ende neigt, scheint sich auch der Sommer langsam zu verabschieden. Die ersten Blätter färben sich gelb, man kann sich problemlos ein paar Äpfel vom Straßenrand stibitzen und fast alle Schafe, die man auf den unzähligen Hügeln sieht, wurden schon geschoren. Aber nach all der Natur freue ich mich jetzt auf das quirlige Wellington und mein Praktikum und ich gestehe: Nach drei Wochen in einem Auto, auch wieder auf ein richtiges Bett.

Eure Sarah

IMG_4557IMG_4657IMG_4628IMG_4780IMG_4685IMG_4723-1IMG_4771IMG_4875IMG_4861-1IMG_4817IMG_5537-1IMG_4834IMG_5031

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s