Ha Ho He – Kärtner Wörthersee!

An meine Sportsfreunde des delikaten Geschmackes ein ganz herzliches „Servus“!

oder wie man in Klagenfurt zu sagen pflegt – „Guten Tag“. Tatsächlich studieren hier mehr Deutsche, (auch ehemalige Eichstätter!) als ich es für möglich gehalten hätte. Dies hängt mit dem fehlenden Numerus clausus zusammen, nur für wenige Studienfächer gibt es einen eingeschränkten Zugang. Unter den Psychologie-Studenten sind die Österreicher sogar in der Minderheit. Dieses Studienfach wird zahlenmäßig von den Deutschen dominiert, die umgangssprachlich auch als „Numerus-clausus-Flüchtlinge“ bezeichnet werden.

Apropos Flüchtlinge: Vorletzte Woche Freitag gab die „Freibühne!“ ihre Bühne für verschiedene künstlerische, vor allem musikalische Darbietungen frei, die im Zeichen der Toleranz und Menschlichkeit standen und sich mit den Flüchtlingen beschäftigten. Der kleine Raum, in dem das Ganze stattfand, war prall gefüllt – nur Flüchtlinge habe ich keine gesehen. Dennoch ein starkes Zeichen in einem Bundesland, das jahrelang von dem  nationalliberalen Politiker Jörg Haider regiert wurde.  Noch heute wird an ihn mit Gedenktafeln in den Lobbys Klagenfurter Hotels erinnert, was sicher bei dem einen oder anderen einen faden Beigeschmack hinterlässt.

Dieser fade Beigeschmack hat sich auf dem Street Food Market Festival in der Klagenfurter Messehalle bei mir nicht breitgemacht, ganz im Gegenteil. Dort wurden die Besucher mit selbstgemachten, frisch zubereiteten Essen an über 50 Ständen verköstigt. Auch exotische Gerichte waren dabei – wie das von mir probierte DIM SUM. Dabei handelt es sich um gefüllte Teigtaschen aus China, die mit Fleisch, Meerestieren und  diversen Gewürzen gefüllt sind – in meinem Fall zum einen mit Hähnchen und Trüffel und zum anderen mit Garnelen und Chili. DIM SUM heißt übersetzt  „das Herz berühren“ – doch vor allem hat mein Gaumen Freudensprünge unternommen. Weniger Grund zur Freude waren die langen Anstehzeiten vor den Ständen, die bis zu 20 Minuten betrugen. Sowas kannte ich sonst nur aus Freizeitparks. Und wie in diesen bekamen wir auch beim Street Food Festival zu Anfang einen Übersichtsplan über das gesamte Areal ausgehändigt. Essen als Event – doch nicht nur dafür musste ich in Klagenfurt lange anstehen.

Ähnlich verhielt es sich auf der letzten Studentenparty im Mozartheim, einem Studentenheim, in welchem an der Bar mindestens ein Simon Imhofer (Thekenwirt der AK-Theke in Eichstätt, Anm. d. Red.) zu wenig ausschenkte. Auch in dem einen oder anderen Pub in der Klagenfurter Innenstadt bekam ich schon ein Bier ausgeschenkt. Dort befindet sich mit der Kramergasse auch die älteste Fußgängerzone Österreichs…

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In vielen Locations spielt nicht selten eine Live-Band, die den Körper zum Erbeben und die Konversation mit dem Nebenmann zum Erliegen bringt. Das Publikum unter den Weggehfreudigen ist bunt gemischt, vom stilsicheren Auslandsstudenten bis zum Kärn(tner)-Assi ist alles dabei. Einigermaßen Ruhe und Platz findet man in der von vielen kleinen Bars gezeichneten Stadtmitte absurderweise nur in den großen Pubs.

Immerhin konnte ich dort noch in bar bezahlen, was mir in dem Waschsalon meines Studentenwohnheims nicht vergönnt war. Allgemein wird in Österreich ziemlich viel bargeldlos bezahlt – vielleicht weil die Gelddruckmaschinen verstopft sind?

Definitiv verstopft war bei meinem Einzug der Duschkopf, neben einem eingestaubten LAN-Kabel und nicht zu jeder Tageszeit verfügbaren warmen Wasser nur eines von vielen kleinen Ärgernissen über mein Zimmer in meinem Studentenwohnheim. Um zu sehen, ob der Herd an ist, muss man zum Beispiel erst auf die Herdplatte fassen.  Dieser erste Schock nach meinem Einzug war allerdings spätestens verdaut, als ich nach einem langen ersten Ankunftstag erstmalig die Klagenfurter Innenstadt inspizierte und auf einmal, wie eine Fata Morgana, ein Hofbräuhaus aus dem Nichts auftauchte und sich vor mir erhob.

Nun bin ich schon zweieinhalb Wochen hier. Und die Uni-Veranstaltungen rücken so langsam in meinen Fokus. Der Weg dorthin ist gepflastert mit Tennisplätzen. Obwohl die Österreicher doch zuletzt vor allem in anderen Sportarten von sich Reden gemacht haben. So stellen sie das aktuelle Europameister-Team im Tischtennis und auch die deutsche Herrennationalmannschaft konnte sich noch vor der deutschen Nationalauswahl „Die Mannschaft“ für die Europameisterschaft in Frankreich im kommenden Jahr qualifizieren. Eine starke Leistung für ein kleines Land, in welchem es für mich auch weiterhin so viel zu entdecken gibt. Daran werde ich Euch auch in Zukunft teilhaben lassen. Denn Ihr seid ein Teil von mir, den ich auch hier immer in meinem Herzen trage und der in Gedanken bei Euch ist, wenn ich meinen Blick melancholisch über die Weite des Wörther Sees schweifen lasse…

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Nicht von ungefähr erwärmt gerade dieser, praktischerweise nur 10 Minuten Fußweg von mir entfernte und mit 19,39km² größte See Kärntens mein Herz, er ist tatsächlich einer der wärmsten Alpensees Österreichs. Auch Euch wünsche ich warme Gedanken in dieser kalten Jahreszeit, die allerdings auch ganz ansehnliche Herbstimpressionen zum  Vorschein bringt…

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in tiefer Verbundenheit,

Euer Adrian.

Hier noch weitere Bilder:

Der Lindwurmbrunnen auf dem Neuen Platz ist das Wahrzeichen der Stadt Klagenfurt.

Der Lindwurmbrunnen auf dem Neuen Platz ist das Wahrzeichen der Stadt Klagenfurt.

Das Stadttheater der Stadt Klagenfurt ist bereits über 100 Jahre alt.

Das Stadttheater der Stadt Klagenfurt ist bereits über 100 Jahre alt.

Klein, aber fein…

Die katholische Heiligengeistkirche

Die katholische Heiligengeistkirche

Die evangelische Johanneskirche

Die evangelische Johanneskirche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

#straightoutakärnten  #crazyerasmuspeoplewelcome #daslebenistsoklagenfurt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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