In the middle of Norway

 

Schon fünf Wochen lang wohne ich jetzt in Lillehammer, einer Kleinstadt im Osten Norwegens. In dieser Zeit habe ich Norwegen und seine Einwohner mit ihren Vorlieben und Gewohnheiten ein Stückchen näher kennengelernt und viele Eindrücke gesammelt. Einige möchte ich gerne mit euch teilen.

Vorneweg: Besser hätte Lillehammer uns Internationals nicht begrüßen können. Die ersten zwei Wochen hatten wir nur strahlenden Sonnenschein und die Buddys des Lillehammer University Colleges begrüßten uns herzlich und mit einem Programm, dass kein Fetzen Heimweh eine Chance hatte.

Madcon an der Uni in Lillehammer

Madcon an der Uni in Lillehammer

Fadderuka heißt das auf norwegisch, eine Introduction Week, bei der alle Neulinge begrüßt werden und die eher zurückhaltenden Norweger sich in das Feiern und Neue-Freunde-Finden stürzen. Dafür hatten auch wir Internationalen ausreichend Gelegenheit,  etwa bei einer Campus-Führung, dem Beach-Day am Ufer des Mjøsa oder Kneipentouren. Mein persönliches Highlight: Das Madcon-Konzert auf dem Unigelände, live und in Farbe, nur für uns Studenten!



Gewöhnlich sind die Norweger eher zurückhaltend, in ihrem sozialen Miteinander geht es viel um „not disturbing others“ – wie Julien Bourelle bei einem Vortrag an der Uni erklärt hat. Er hat über „how to connect with people“ gesprochen, ganz besonderes über „how to connect with norwegian people“. Die Norweger haben sich totgelacht, aber ich konnte tatsächlich schon einige typische norwegische Verhaltensmuster wiedererkennen: Etwa funktioniert das Kennenlernen und Unterhalten mit Norwegern sehr viel besser, wenn diese 2,3 oder 10 Biere getrunken haben. Eine norwegische Frau lässt sich nur ungern von einem Mann die Tasche tragen oder die Tür aufhalten, denn das kann sie sehr gut alleine. Und die Norweger finden ein „Hei“ merkwürdig und überflüssig, wenn man sich nicht kennt oder kein Gespräch beginnen will.

Das ist natürlich überspitzt, – im Großen und Ganzen sind die Norweger sehr freundlich, wenn sie denn einmal warmgeworden sind.


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Vom Preikestolen geht es senkrecht hinunter in die Tiefe

Nun zum Land Norwegen selbst: Für seine Fjorde ist es berühmt und ich wollte diese Besonderheit unbedingt mit meinen eigenen Augen sehen. Deshalb bin ich in den Südwesten Norwegens nach Stavanger gefahren. Nicht weit entfernt von der Stadt liegt der Lysefjord, ein 40 Kilometer langer Fjord mit sehr steilen Ufern. Den besten Blick über den Fjord hatte ich vom Preikestolen aus, einem riesigen, hervorstehenden Felsblock. Diesen Ausblick muss ich einfach gigantisch nennen. Er reicht kilometerweit den Fjord entlang und 300 Meter tief an meinen baumelden Füßen vorbei den Abgrund hinab.

Sicherheitsvorkehrungen halten die Norweger trotz der vielen Touristen offensichtlich für überflüssig, deshalb kann jeder den Abgrund hautnah erleben, wenn er sich traut.

Der Ausblick über den Lysefjord

Der Ausblick über den Lysefjord

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In der Innenstadt Stavangers geht es bunt zu.

 


 

Das Opernhaus in Oslo.

Das Opernhaus in Oslo.

Moderne Kunst in Oslo.

Moderne Kunst in Oslo.

Die Hauptstadt Oslo (auf norwegisch „Oschlo“ ausgesprochen) habe ich mit meinen Mädels hier natürlich auch schon besucht – mit dem Zug brauchen wir nur zwei Stunden bis dahin.

Den Königspalast habe ich mir spektakulärer vorgestellt, aber dafür ist das Opernhaus definitiv einen Besuch wert. Man kann auf das Dach hinauflaufen und hat von dort einen guten Überblick über die Stadt selber und ihre vorgelagerten Inseln.

Und in das neue Viertel am Hafen Oslos mit seiner modernen Kunst und Architektur habe ich mich ein bisschen verliebt, es erinnert mich sehr an die neue Hafencity in Hamburg: Klinkerstein wie bei den Speicherhäusern und viel Glas.


Aber nun zu Lillehammer, meine Heimat für dieses Semester. Es ist mit seinen knapp 30.000 Einwohnern nur eine Kleinstadt, die Uni ist etwa so groß wie die in Eichstätt. Die Natur außenherum ist natürlich nicht so spektakulär wie die Fjorde, hat aber mit seinen großen Hügeln, Wäldern und Seen einen ganz eigenen Charme.  Der größte See Norwegens, der Mjøsa, liegt direkt vor der Haustüre. Schwimmen darin ist auch im August eine sehr, sehr kalte Angelegenheit, aber Sonnen und Spazierengehen im Sommer klappt prima. Und wenn es kalt genug ist im Winter, kann man sogar Eislaufen.

Strand am Mjøsa

Strand am Mjøsa

Lillehammer ist geprägt von den olympischen Winterspielen 1994, die hier stattgefunden haben. Der Olympiapark mit seinen Skischanzen wird heute noch oft  für Sportwettbewerbe genutzt. Im Moment bereitet sich Lillehammer auf die Olympischen Jungend-Winterspiele im kommenden Februar vor. Auf einer Tafel in der Innenstadt werden schon die Tage bis dahin gezählt – 145 sind es noch. Schade, dass ich bei der Eröffnung im Februar nicht mehr hier sein werde – den nordischen Ski-Worldcup im Dezember werde ich mir aber auf jeden Fall anschauen und euch berichten.

Ausblick über Lillehammer von der Skischanze aus.

Ausblick über Lillehammer von der Skischanze aus.

Die Skischanze habe ich schon einige Male bezwungen – 936 Stufen sind es bis ganz nach oben. Hier hat man den schönsten Überblick über Lillehammer und Umgebung und kann sich selbst wie ein Skispringer fühlen.

Mehr Geschichten von meinem Uni-Leben hier in Lillehammer und über die Norweger und ihr Land gibt es bald.

Bis dahin liebe Grüße aus Lillehammer,

Pia

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