Välkommen till Sverige!

Hey yo Ihr lieben Leute!

Ich bin jetzt seit Samstag Nacht in Malmö, Schweden, und ganz langsam komme ich auch tatsächlich an. Das heißt, so gut man halt als sonnenanbetender Mensch wie ich in einem Land ankommen kann, wo die Leute bei 21 Grad mit Sommerkleidchen und Flipflops unterwegs sind und dir ständig erzählen wie schrecklich heiß es doch ist. Ich dachte eigentlich, die wollen mich verkohlen, aber wer zieht so eine Nummer schon drei ganze Tage lang durch? Und weil zu den furchtbar heißen 21 Grad auch noch seit drei Tagen ein ordentlicher Wind weht, sieht man mir die Ausländerin halt gleich an den klappernden Zähnen an.

Hauptsache, ich habe am Donnerstag noch den ganzen Krempel aus meiner Wohnung zu meinen Eltern gebracht, drei Stunden mittags im Auto ohne Klimaanlage bei 32 Grad. Freitagnacht ging es dann endlich los: Mit dem Bus erst nach Berlin, dann weiter nach Malmö. Über 1 100 km mit dem Bus, eigentlich etwa 17 Stunden Reisezeit. Am Ende dann etwa 20 Stunden, weil sich der Busfahrer in Rostock erst verfahren und dann auch noch die Fähre verpasst hat. Gott sei Dank hatte sich meine neue Vermieterin/Mitbewohnerin Urlaub genommen! Nach einer sündhaft teuren Taxifahrt (ja die zocken gerne Touristen ab, aber das war mir da auch schon egal) stand ich dann 22 Stunden nachdem ich bei meinen Eltern aufgebrochen war, bei Yvonne vor der Tür. Yvonne ist eine 56 Jahre alte Krankenschwester, bei der ich jetzt ein halbes Jahr wohnen werde.

Geteilte Küche, geteiltes Bad, überhaupt alles geteilt bis auf mein Zimmer. Das wird definitiv länger dauern als drei Tage, bis ich mich daran gewöhnt habe. Eigentlich ist das super: Ich darf absolut alles mitbenutzen, habe überall eine Menge Platz für meinen Krempel, sie will nicht einmal, dass ich beim Putzen helfe. Es genügt, wenn ich mein Zimmer sauber halte und hin und wieder die Spülmaschine ausräume. Außerdem arbeitet sie von 15 bis 23 Uhr, also bin ich abends sowieso alleine. Aber nachdem ich jetzt zwei Jahre ganz alleine gewohnt habe, finde ich es etwas anstrengend, bei jedem Glas Wasser das ich hole, gleich smalltalken zu müssen. Aber das krieg ich auch noch auf die Reihe. Schließlich sind wir uns ziemlich ähnlich: Sie steht nicht gerne früh auf und mag ihr Abendessen alleine vor dem Fernseher. Perfekt. Außerdem spricht sie ein bisschen Deutsch und wenn mein Schwedisch-Kurs am Donnerstag startet, will sie mit mir lernen. Sie Deutsch und ich Schwedisch.

Und Yvonne macht sich immer Sorgen. Ob ich genug esse (absolut), ob ich schon Leute kennenlerne (ja ab Mittwoch dann), ob ich weiß was ein Zebrastreifen ist (ohne Worte). Bei unserem Spaziergang am Sonntag habe ich festgestellt, dass der Supermarkt um die Ecke nicht nur praktischerweise bis 22 Uhr geöffnet hat, sondern auch noch die ganze Woche. Also Sonntag auch. Ich liebe diese Stadt! Im Supermarkt hatte ich dann auch gleich meine erste Begegnung mit dem Hej. Hej ist in Schweden sowas wie guten Tag und längst nicht so leger wie es klingt. Eigentlich wollte ich meine rudimentären Schwedisch-Kenntnisse an der Kasse gar nicht testen, aber wenn dich jemand so ganz fröhlich mit einem Hej begrüßt dann grüßt du ganz automatisch zurück. Gibt’s bei uns ja auch, so ein Hey. Danach habe ich gleich ordentlich geschwitzt, nicht dass die Schweden an der Kasse genauso mitteilungsfreudig sind wie die Australier und der hier gleich Romane erzählt, die ich nicht verstehe. Aber das läuft hier eher wie in Deutschland. Ich denke, ich werde mit dem Hej trotzdem ein bisschen sparsam sein, bis ich zumindest ein paar ganze Sätze sagen kann.

Am Dienstag habe ich mich sicherheitshalber noch mit meinem Erasmus-Babysitter getroffen, damit ich auch ganz genau weiß, wo ich am offiziellen Arrival-Day überall hin muss. Entdeckung Nummer 1: Im Student Center gibt es umsonst Kaffee. Okay, schmeckt wie unser 50-Cent-Kaffee in Eichstätt, und die Wörter für Milch, Zucker whatsoever kann ich auch noch nicht, aber hey: Kaffee umsonst. Love it! Und dann bin ich auch gleich noch (ein bisschen illegal) in eine Privatführung durch das komplett neue Universitätsgebäude geraten, die eigentlich für die ganzen wichtigen Student-Union-Leute war. Entdeckung Nummer 2: Ein wunderschöner Garten auf der Dachterrasse. Allerdings ist der Zutritt ausschließlich für Mitarbeiter, für uns nur einmalig während unserer Führung. Sehr schade. Allerdings habe ich heute irgendwo etwas über diesen Garten gelesen, vielleicht besteht also doch noch Hoffnung.

Das funkelnigelnagelneue FakultätsgebäudeDie ESN-Leute wissen alles :DUni direkt am MeerDachterrasse <3

Heute (Mittwoch) war der lang herbeigesehnte Arrival-Day. Ich bin jetzt ganz offiziell Student an der Malmö Högskola. Mit einem ganz tollen und vor allem ziemlich schiefen Bild auf meiner Multicard und um eine ganze Menge Geld ärmer: 220 Kronen für die Buskarte, ohne die man hier keine Fahrkarte kaufen kann, 200 Kronen für das Schwedisch-Buch, 200 Kronen für einen Ausflug nächste Woche. Klingt schlimmer als es ist, das waren etwa 65 Euro. Und es wird eine Woche Urlaub in Lappland angeboten – für 4 000 Kronen, also etwa 400 Euro. Da muss ich hin! Entdeckung Nummer 3: Anscheinend gibt es ein Fitness-Studio von Studenten für Studenten (oder so), das nur eine Jahresgebühr kostet. Ich weiß nicht mehr genau wie viel, aber auf jeden Fall absolut spottbillig. Das werde ich demnächst mal austesten, vielleicht findet sich ja sogar jemand, der mitkommt.

Dann wurde ich heute beim Abendessen noch dem Sohn von meiner Vermieterin/Mitbewohnerin vorgestellt. Wenn zwei Leute Schwedisch reden und man irgendwie sinnlos daneben sitzt ist das ein bisschen peinlich, habe ich festgestellt. Aber an sich ist er wohl ein ganz Netter. Und er musste dringend zum Fußballspiel (ja die sind hier anscheinend auch so fußballverrückt wie in Deutschland, und sie mögen Red Bull Salzburg nicht), deswegen sind mir längere Befragungen auch erspart geblieben. Dafür weiß ich jetzt, was „Guten Appetit“ und „Danke für das Essen“ auf Schwedisch heißt (das muss ich gleich nochmal nachschauen weil ich die Silben schon wieder nicht mehr auf die Reihe kriege *seufz*). Entdeckung Nummer 4: Yvonne liebt selbstgemachte ungarische Würste.

So, das wäre erst einmal das Wichtigste. Morgen gehen der Sprachkurs und diverse Erasmus-Veranstaltungen los, ich sags euch, mein Kalender ist jetzt schon proppevoll. Zumindest für die nächsten zwei Wochen. Da werde ich dann auch öfter meine Kamera mitnehmen, und ich verspreche, dass ich dann auch mehr und vor allem bessere Bilder poste als dieses Mal!

Grüße und Küsse

Elke

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