Über die Kälte und Weihnachten, oder auch: Wie einem das Wasser in der Nase gefriert und Starbucks jetzt dunkelrote Becher mit Schneeflocken hat

Nach Halloween kommt Thanksgiving. Nach Thanksgiving kommt Weihnachten. Und nach Weihnachten kommt wieder Halloween. Das ist der amerikanische Lauf der Dinge, oder? In knapp einer Woche ist Thanksgiving, aber gefühlt kugel ich schon unter dem Weihnachtsbaum. Es ist unmöglich nicht in Weihnachtstimmung zu sein. Es schneit und schneit und schneit bei kuscheligen minus zehn Grad.10818655_10205539766598723_850393079_n

Am 10. November war es soweit. SCHNEE. Ich wache auf, weil es so unglaublich hell ist. Ich schaue aus dem Fenster und für drei Sekunden habe ich Heimweh. Es liegt nicht am Schnee, sondern daran, dass Schnee für mich Weihnachten bedeutet (auch wenn es an Weihnachten nie schneit). Und Weihnachten heißt Familie, aber die sitzt ja daheim und genießt den anscheinend wärmsten Herbst aller Zeiten.

„Alrighty“, denke ich, „jetzt ist er also da, der gefürchtete Winter in Minnesnowta. Wird schon nicht so schlimm sein.“ Ich ziehe mich an. Strumpfhose, Hose und zwei Pullis. Jacke, Stirnband, Handschuhe. Ich öffne die Tür und… NOCH NIE WAR MIR SO KALT. HOLY SHIT. Der erste Schneetag in Minnesota ist kälter als jeder andere Tag meines Lebens. Vielleicht war es auch der Schock, denn mittlerweile ist es noch kälter und ich habe mich ein wenig daran gewöhnt. „Daran“ heißt konkret: gefrorenes Wasser in der Nase und stechende Schmerzen im Gesicht, weil der Wind so eisig ist. Neulich habe ich den Fehler gemacht und mir auf dem Weg zum Klassenzimmer über die Lippen geleckt. Again: HOLY SHIT.

Seit dem 1. November sind die Kaffeebecher bei Starbucks nicht mehr weiß, sondern dunkelrot mit Schneeflocken drauf. Es gibt Cookies in Schneemannform und spezielle Christmas-Beverages, die so süß sind, dass man weinen möchte. In den Shoppingmalls stehen silberne Plasik-Weihnachtsbäume und man kann Fotos mit Santa machen.

Die größte Herausforderung für mich war es ein Paar vorzeigbare Winterstiefel zu kaufen. Gar nicht mal so einfach. Als Europäerin fühle ich mich irgendwie etwas verantwortlich, ordentlich gekleidet zu sein. Das kann man von den meisten Amis nicht behaupten, no offense. Aber die amerikanischen Mädels tragen bevorzugt Ugg Boots in Kombination mit Jogginghose oder auch gern mal Schlafanzughose. Mein Entsetzen ist Akzeptanz gewichen. Ich finde beim dritten Anlauf zum Glück ein Paar braune Wildlederstiefel mit Fell. Sehr rustikal, aber vorzeigbar und schön warm.

Richtig kalt soll es im Januar und Februar werden. Am 20. Dezember sitze ich bereits im Flugzeug nach Mexiko. 

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