Schafe, Pubs und Cupcakes

Vor fast zwei Wochen sind Lea Kristin und ich In Dublin angekommen – Zeit für einen Lagebericht aus der Hauptstadt Irlands.

Ich bin ehrlich: Ich habe wirklich noch nie so viele rothaarige Menschen und so viele Pubs auf einem Haufen gesehen wie hier. Aber die Iren sind nicht alle rothaarig, sie sind weder alle Landwirte noch ständig betrunken. Wenn man an Irland denkt, dann denkt man an grünes Gras unter blauem Himmel, an Kühe und Schafe, die entspannt auf der Weide herumliegen, nur damit ihre Milch irgendwann zu köstlicher Butter verarbeitet werden kann; man denkt an Guinness, Kobolde und kleine, verrauchte Pubs. Ja, das ist Irland. Und all das haben Lea Kristin und ich schon nach einer Woche auf der „grünen Insel“ gesehen (außer die Kobolde). Aber Irland ist eigentlich auch so viel mehr.

Kristin und ich studieren für ein Semester an der Dublin City University.

Kristin und ich studieren für ein Semester an der Dublin City University.

Vor einer Woche sind Lea Kristin und ich in Dublin angekommen und in unsere Wohnungen auf dem Campus der Dublin City University, der DCU, eingezogen. Während Kristin mit vier super netten Iren zusammenlebt, ist meine WG mit zwei Irinnen und zwei Französinnen etwas internationaler. Als wir unsere Wohnungstüren das erste Mal aufsperrten, bekamen wir einen kleinen Schock: Die Zimmer sind zwar möbliert, aber außer drei Packungen Red Bull in jedem Kühlschrank gab es – Nichts. Keine Kleiderbügel, keinen Kochtopf, keine einzige Gabel, kein Betttuch. Den ersten Tag wollten Kristin und ich also damit verbringen, bei Ikea das Nötigste einzukaufen. Allerdings gibt es in Dublin ja bekanntlich kein U-Bahn-System. Alles mit dem Bus nach Hause zu schleppen klang schon am Anfang des Tages nicht verlockend. Da blieb nur noch das kleine Problem, dass wir einfach geschlagene zwei Stunden nach der richtigen Bushaltestelle suchten. Vergeblich. Nachdem uns zwei wirklich sehr freundliche Iren innerhalb von einer Minute in zwei komplett unterschiedliche Richtungen schickten, gaben wir vorerst auf. Mittlerweile verstehen wir das Bussystem besser und konnten schon mehrere Ausflüge in die Innenstadt machen.

Das Dublin City Centre: Vintage Shopping und Irish Pubs

Wenn man im City Centre von Dublin unterwegs ist, dann gibt es zwar schon die Einkaufsstraßen und Shoppingmeilen, die für jede Großstadt typisch sind, aber das Gefühl in einer Hauptstadt zu leben kommt nicht so ganz auf. Das ist nicht negativ gemeint: Hier gibt es zwar auch große, noble Restaurants und Warenhausketten, aber noch viel mehr kleine Cafés, Cupcake Shops und Irish Pubs, in denen es überall köstliches Essen gibt, keine Massenware, sondern alles individuell gestaltet. Besonders schön ist das Temple Bar Viertel, das Nachts zum Mittelpunkt der Stadt wird. Tagsüber kann man durch die kleinen Gassen schlendern und findet tolle Vintageläden mit verrückter Designerkleidung abseits der bekannten Straßen. Abends gibt es überall Livemusik, Sportübertragungen, traditionelles Irish Stew – und natürlich Guinness.

Dublin City Centre

Dublin City Centre

Auch die Häuser sind hier viel niedriger und jede Haustüre ist bunt gestrichen und verziert. Selbst wenn man durch die Wohnviertel schlendert findet man immer wieder etwas zum Stehen bleiben und anschauen. Eines ist allerdings wie in allen Großstädten, in denen ich bisher war: Jeder geht über die Straße, wann er will. Auch wenn die Ampel Rot zeigt. Oder dunkelrot. Oder ein Taxi in voller Fahrt und hupend auf die Fußgänger zurast.

Country Life auf der Causey Farm: Mein erster Ausflug

Weil Kristin leider eine schimme Grippe bekam, musste ich am Samstag alleine zu dem traditionellen Ausflug der Orientation Week an unserer Universität: Mit dem Bus (natürlich) besuchten wir internationalen Studenten die etwa eine Stunde von Dublin entfernte„Causey Farm“ und erlebten das irische Country Life! Unser Guide Seanon zeigte uns erst, wie man ein richtiges irisches Brot backt – niemand außer den Deutschen und den Iren kennt hier übrigens Buttermilch – und lernte uns dann einen irischen Volkstanz. Zwar hat unser Gruppentanz auch beim fünften Durchlauf noch nicht vollständig funktioniert, aber Spaß hat es auf jeden Fall gemacht. Und dass etwa 30 junge Menschen aus völlig unterschiedlichen Ländern zusammen durch eine Scheune hüpfen war auf jeden Fall ein Erlebnis. Völlig begeistert waren natürlich alle von den eine Woche alten Border Collie-Welpen. Ihre Mama machte uns dann vor, was ein richtiger irischer Schäferhund kann: Wir Studenten stellten uns alle in einem Kreis auf der Weide auf und bildeten auf diese Weise einen menschlichen Zaun mit nur einer Öffnung. Die Schäferhündin trieb die Schafe innerhalb von etwa einer Minute in unsere Mitte. Das Gefühl, wenn zehn panische Schafe blökend auf einen zurennen, muss man auch einmal im Leben gehabt haben. Das Gras auf der Weide war übrigens wirklich so grün wie wir es aus der Werbung kennen.

Am liebsten hätte ich einen der Welpen mit nach Hause genommen!

Am liebsten hätte ich einen der Welpen mit nach Hause genommen!

Außerdem durften wir noch einen irischen Nationalsport ausprobieren: Hurling! Worum es bei diesem Sport geht, erfahrt ihr in einem anderen Beitrag. Ich verrate nur so viel: Seanon, der diesen Sport bei seiner Kindheit betreibt, hat sich schon beide Handgelenke, das Bein, dreimal die Schulter und etwa siebenmal die Finger gebrochen.

Übrigens haben wir Kristin und ich immer noch kein Guinness getrunken. Also seid gespannt. Eure Elli ❤

Country Life auf der Causey Farm

Country Life auf der Causey Farm

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Ein Gedanke zu “Schafe, Pubs und Cupcakes

  1. Freut mich zu hören, dass es euch gut geht und dort gefällt. Dass die Iren nicht immer betrunken sind, find ich interessant. Hier in Schottland nämlich sind wirklich ALLE ständig voll. Dennis schaut manchmal im Pub am mittag Fußball. Da hängen schon um 12 Leute rum, die sich ein Bier nach dem anderen reinstellen und meine Mitbewohner haben manchmal schon vor 12 ihr erstes Bier. Mein Mitbewohner hat gesagt die Schotten hätten sowieso eine sehr geringe Lebenserwartung. Wen wunderts…! Dafür haben wir mehr Kühe als Schafe 😉 Euch viel Spaß & grüßt mir den Kobold, falls ihr doch mal einen seht 🙂

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